Zur Phasenlage partiell stehender Wellen an steilen Uferböschungen

 

 



Partiell stehende Wellen an steilen Uferböschungen (schematisch). Oben: Einhüllende der Wasserspiegelauslenkungen; unten: Verteilung der potentielle Energie.

Einhüllende zweier partiell stehender Wellen mit unterschiedlichen Längen.


Entwicklung eines Sturzbrechers innerhalb der Einhüllenden einer partiell stehende Welle.

 

Nach durchgeführten Untersuchungen zur Reflexion an steilen Böschungsoberflächen im Maßstab 1:5 kann  davon ausgegangen werden, dass es - im Gegensatz zum theoretischen Fall der perfekt stehenden Welle an einer vertikalen Wand infolge Totalreflexion ohne Phasensprung (i.e. positive Reflexion mit einem Knotenabstand a = L/4 von der Reflexionsfläche; Cr= 1,0; Dφ = 0°) -   an stark geneigten ebenen Flächen auch den theoretischen Fall der Totalreflexion mit Phasensprung gibt (i.e. negative Reflexion mit einem Knoten an der Reflexionsfläche; Cr= -1,0; Dφ = 180°). Letzterer kommt dadurch zustande, dass an solchen Böschungen zwischen einfallenden und reflektierten Wellen ein Phasenunterschied von Dφ = 180° auftritt.
Die beschriebenen Bedingungen bleiben auch noch für partielle Reflexion von hinreichend glatten Oberflächen gültig, während strukturierte (speziell durchströmbare) Böschungsoberflächen zu einer Verstimmung des Phaseunterschiedes mit Dφ < 180° führen. Dementsprechend nimmt die Distanz des imperfekten Knotens der zugehörigen partiellen Clapotis von der geneigten Fläche einen Wert zwischen 0 und L/4 an. 
Näheres über spektrale Auswertungen zur Verteilung der Energie partiell stehender Wellen in  BÜSCHING (2010)